Gestaltungstechniken
Im Folgenden möchten wir Ihnen eine Reihe von Techniken vorstellen vorstellen, die einem Künstler für die Schaffung seiner Werke zur Verfügung stehen.
| Holzschnitt | Der Holzschnitt ist das älteste aller Druckverfahren. Es wurde im späten 14. Jahrhundert in Deutschland und den Niederlanden entwickelt und stellt die Grundlage für die Entwicklung aller Vervielfältigungstechniken dar.Das Holzstück, aus dem der Künstler das zu druckende Relief herausarbeitet, wird Stock genannt. Auf ihm zeichnet der Künstler das Bild mit einem Pinsel oder einem Federkiel auf, um dann mit speziellen Messern derart um die Vorzeichnung herum zu schneiden, dass die zu druckenden Linien als Relief hervorstehen. Aus diesem Grund wird diese Drucktechnik Hochdruckverfahren genannt. Im eigentlichen Druckvorgang werden zunächst die hervorstehenden Stege einfärbt. Auf sie wird dann ein feuchtes Papier gelegt und mit einem Lederballen fest auf das eingefärbte Relief gerieben. Diese Arbeit konnte nach Erfindung der Druckerpresse mechanisch erledigt werden. Der Holzschnitt wird auch Schwarzlinienschnitt genannt, da schwarze Linien auf weißen Grund gedruckt werden. | |
| Holzstich | Im Gegensatz zum Holzschnitt ist der Holzstich ein Weißlinienschnitt. Wird im Holzschnittverfahren um die Linien herum, werden sie im Holzstichverfahren aus dem Stock heraus geschnitten. Bei Einfärben des Stocks bleiben die tiefen Rillen natürlich „farbfrei“; auf dem Blatt erscheint nur der einfärbte Hintergrund. Die Verwendung einer härteren Holzsorte (Stirnholz statt Langholz) sowie feinerer Stichel gestattet dem Holzstecher eine sehr viel feinere Linienbildung als dem Holzschneider. Das Setzen von Schraffuren und Akzenten ermöglicht das Gestalten verschiedener Graustufen und somit eine Differenzierung der Fläche in Ebenen. Erstmalig kam der Holzstich im 19. Jahrhundert auf. | |
| Kupferstich | Der Kupferstich ist das älteste Tiefdruckverfahren und hat seine Wurzeln in der Mitte des 15. Jhdts. Der Stecher bringt zunächst die Vorzeichnung auf die Kupferplatte auf, um sie dann mit dem Grabstichel fein einzuritzen. Im eigentlichen Druckverfahren wird die Kupferplatte zunächst mit Druckerschwärze eingefärbt. Anschließend erfolgt das Abwischen der Platte, so dass nur in den geritzten Linien die Farbe stehen bleibt. Nachdem ein saugfähiges Papier auf die Platte gelegt wird, kann das Motiv in der Druckerpresse darauf übertragen werden. Charakteristisch für den Kupferstich ist eine V-förmige Strichführung. Die Linie beginnt spitz und schmal, um sich dann zu verbreitern und wieder in einem spitzen Punkt zu enden. | |
| Stahlstich | Der Stahlstich ist, wie der Kupferstich, ein Tiefdruckverfahren. Er kam zu Beginn des 19. Jhdts. in England auf und diente zunächst dem Druck von Geldscheinen und Wertpapieren, bevor er sich seinen Weg in die darstellende Kunst bahnte. Wie der Kupferstecher arbeitet auch der Stahlstecher mit einem Grabstichel. Die Bearbeitung der Platte erfolgt bei beiden Methoden nach ähnlichem Muster. Das härtere Material Stahl erlaubt zwar keine weichen und geschwungenen Linienführungen wie der Kupferstich, besitzt jedoch den Vorteil, dass die Linien sehr viel enger nebeneinander gesetzt werden können. Denn der festere Stahl gibt beim Druck in den Zwischenräumen nicht nach sondern bleibt hart. Zur Flächengestaltung mit Kreuz- und Parallelschraffuren wurden oftmals manuell zu bedienende Linienmaschinen eingesetzt. Das Stahlstichverfahren ermöglichte außerdem eine sehr viel höhere Druckauflage als der Kupferstich. | |
| Radierung | Eine Radierung wird im Ätzverfahren hergestellt. Nach Überziehen der Radierplatte mit einem säureunempfindlichen Material sowie anschließendem Schwärzen mit Feuer kann der Radierer in diesen erhärteten Grund nun mit einer Radiernadel die Darstellung ritzen. Die bearbeitete Radierplatte wird in ein Säurebad gelegt und das Motiv so in die Platte geätzt. Im Gegensatz zu den klaren Linien der Kupfer- und Stahlstiche sind die Linien einer Radierung durch die Säureeinwirkung an ihren Rändern leicht ausgefranst. Das Bedrucken eines Blattes erfolgt in einer Druckerpresse. Tonabstufungen werden zum einen durch verschieden starke Radiernadeln erreicht (dicke Nadel = tiefere und breitere Rille = dunkle Linie; dünne Nadel = schmale, seichte Rille = hellere Linie). Zum anderen werden sie in der Stufen-Ätzung durch wiederholte Bearbeitung des Grundes und wiederholte Säurebäder erzielt. | |
| Aquatinta | Die Aquatinta ist ein Druckverfahren ähnlich der Radierung, also ein Ätzverfahren. Im Unterschied zur Radierung wird die Platte jedoch zunächst mit einer zerriebenen Grundmixtur bestäubt und anschließend erwärmt. Die so fixierte Staubkörnchen-Schicht wird nun mit einer durchgehenden Schicht des Grundes bedeckt, um die Körnchen später vor dem Säureeinfluß im anschließenden Ätzbad zu schützen. Dieses bewirkt, dass die nicht angegriffenen Staubkörnchen eine Art Wald aus kleinen Metallsäulen bilden, der bewirken soll, dass die Druckfarbe beim Druckvorgang nicht verwischt oder ungleichmäßig verteilt wird. Der nun stattfindende Radierprozeß verläuft nach dem Prinzip der Stufen-Ätzung.Die Aquatinta ermöglicht durch die Kombinationsmöglichkeit verschiedener Drucktechniken eine sehr viel größere künstlerische Freiheit, als es die Radierung, der Stahlstich oder der Kupferstich je könnte | |
| Lithographie | Die Lithographie ist ein Flachdruckverfahren. Es funktioniert - mit einfachen Worten - auf der Grundlage chemischer Prozesse bzw. der Wechselwirkung von Fetten, Säuren und Farbzusammensetzungen.Der Künstler zeichnet mit lithographischer Tinte oder Kreide direkt auf die penibel gesäuberte Lithoplatte. Im Anschluss wird die Plattenoberfläche mit einer chemischen Lösung abgewaschen, die bewirkt, dass die nicht bemalten Stellen wasseranziehend und fettabstoßend werden. Im eigentlichen Druckvorgang wird die Platte angefeuchtet (das Wasser wird nur an den unbemalten Stellen angenommen) und die Druckfarbe verteilt (die Farbe wird aufgrund ihres Fettgehaltes nur von den bemalten Stellen angenommen). Das Motiv wird dann in einer Lithopresse gedruckt. | |
| Offsetdruck | Der Offsetdruck ist eine Weiterentwicklung der Lithographie. Beim Offsetdruck ist dem Druckverfahren jedoch zusätzlich ein Gummizylinder zwischengeschaltet, der die Farbe auf den Bildträger überträgt. | |
| Serigraphie/ Siebdruck |
Beim Siebdruck wird – mit einfachen Worten – Farbe durch ein Gewebesieb auf den Bildträger gesprüht. | |
| Linolschnitt | Der Linolschnitt ist ein Hochdruckverfahren. Aus der Linolplatte werden mit einer Art Messer diejenigen Linien herausgeschnitten, die später nicht gedruckt werden. Die zu druckenden Stege werden mit einer zuvor mit Farbe benetzten Gummiwalze eingefärbt. Das Motiv wird anschließend auf Papier gedruckt. | |
| Ölmalerei | Ein Ölbild kann auf verschiedene Bildträger gemalt werden. Zumeist handelt es sich dabei um eine grundierte Leinwand, die auf einen Keilrahmen gespannt ist. Es kann sich jedoch auch um Pappen, Kupfer- oder Holzplatten handeln. Die Ölfarbe wird mit einem Pinsel oder Spachtel aufgetragen.Ölfarbe durchlebt einen mehrtägigen Trocknungsprozess und kann bis zur vollständigen Trocknung bearbeitet werden. Um Rissbildung und altersbedingten Vergilbungen entgegenzuwirken wird nach völliger Aushärtung ein Firnis (eine durchsichtige Schutzschicht) aufgetragen.Ölfarbe durchlebt einen mehrtägigen Trocknungsprozess und kann bis zur vollständigen Trocknung bearbeitet werden. | |
| Acrylmalerei | Acrylfarbe kann – wie Ölfarbe – auf verschiedene Bildträger aufgetragen werden. Zumeist handelt es sich auch dabei um eine Leinwand, die auf einen Keilrahmen gespannt ist. Aufgrund der wasserlöslichen Eigenschaft der Acrylfarbe kann diese jedoch auch mit Wasser verdünnt wie eine Aquarellfarbe verwendet werden.Acrylfarbe trocknet schnell und kann daher nicht wie Ölfarbe noch längere Zeit nach dem Farbauftrag bearbeitet werden. | |
| Mischtechnik | Eine Mischtechnik besteht, wie der Name schon sagt, aus verschiedenen, an einem Bild oder Objekt angewandten, Mal- und Zeichentechniken. So kann beispielsweise bereits die Kombination aus einer Kreidezeichnung und einem Aquarell eine Mischtechnik sein. Oder aber die Kombination von Acrylfarbe und einem Kohlestift. Mischtechniken können auf verschiedene Bildträger aufgetragen werden. Zumeist handelt es sich dabei um Papier bzw. Pappe oder eine Leinwand, die auf einen Keilrahmen gespannt ist. Sobald kleinere Objekte in das Bild eingearbeitet werden, spricht man von einer Collage. | |
| Pastell/ Kreidezeichnung |
Ein Pastell - oder auch Kreidezeichnung genannt - entsteht aus Pastellkreiden, die aufgrund ihrer schlechten Haftungs-Eigenschaft auf einen rauen Bildträger (wie bspw. Büttenpapier) aufgetragen werden müssen. Die Kreiden lassen sich auf dem Papier mit dem Finger verwischen. Um eine Haftung auf dem Papier sicher zu stellen wird das Pastell nach seiner Fertigstellung mit einem Fixativ behandelt. Dennoch muss der Umgang mit einem Pastell sehr behutsam erfolgen, da statische Reibung (Einwickeln in eine Plastikfolie) oder die Berührung durch Gegenstände oder Hände zur Entfernung der Farbpartikel führen kann. Ein Pastell besitzt – anders als eine Farbstiftzeichnung – einen zarten, beinahe nebeligen Charakter | |
| Collage | Eine Collage ist ein aus mehreren Materialien (und auch Techniken) zusammengesetztes Bild. Verwendet werden können hierzu alle Arten von Materialen wie Papier, Pappe, Kunststoff, Holz, Metall und Naturstoffe sowie alle Mal-, Zeichen- und Drucktechniken. Eine Collage besitzt zumeist einen festen Bildträger wie eine Leinwand, die auf einen Keilrahmen gespannt ist, Pappe, Metall, aber auch starkes Papier | |
| Assemblage | Eine Assemblage ist die Weiterentwicklung einer Collage. Die Verbindung verschiedener Gegenstände, Materialien und Techniken wird in der Assemblage reliefähnlich gestaltet, ist also eher dreidimensional, während die Collage in ihrer Ausdehnung flach ist | |
| Objekt | Ein Objekt ist ein Gegenstand, der im Gegensatz zur Assemblage keinen Bildträger besitzt, also als beweglicher Körper gilt | |
| Skulptur und Plastik | Bei der Herstellung einer Skulptur bearbeitet der Künstler festes Material wie Stein, Ton oder Holz. Er schneidet Bereiche eines größeren Stückes aus, um die eigentliche Form herauszuarbeiten. Im Gegensatz dazu entsteht die Plastik aus einem Modelliervorgang heraus. Hier kann der Künstler formbare Materialien wie Ton oder Gips seinen Vorstellungen entsprechend bearbeiten. Im Anschluss kann die fertige Form beispielsweise in Bronze gegossen werden; auch hier spricht man dann noch von einer Plastik. m Gegensatz dazu entsteht die Plastik aus einem Modelliervorgang heraus. Hier kann der Künstler formbare Materialien wie Ton oder Gips seinen Vorstellungen entsprechend bearbeiten. Im Anschluss kann die fertige Form beispielsweise in Bronze gegossen werden; auch hier spricht man dann noch von einer Plastik. | |

