GLOSSAR DER DRUCKGRAFIK

Glossar der Druckgrafik

Das vorliegende Glossar will es Ihnen ganz einfach machen, bestimmen zu können, was in Ihrem Rahmen steckt und wie die Grafik entstanden ist, die Sie in unserem Hause erworben haben. Das Glossar der Druckgrafik zeigt Ihnen die unterschiedlichsten Varianten auf, die bei einer Druckgrafik Verwendung finden.

a la poupée: Farbtiefdruck: Farben werden in einem Vorgang von der in mehreren Farben eingefärbten Platte gedruckt und nicht voneinander unterschieden
bon a tirer (B.A.T.): Ein Abzug, der als Referenzexemplar zur Orientierung des Druckers vom Künstler ausgewählt wurde.
chine collé: Druckvorgang, bei dem Japanpapier auf stärkeres Trägerpapier gewalzt wird.
cliché-verre: Technik der Fotografie, bei der auf einer Glasplatte gezeichnet oder geätzt wird, durch die man ein fotosensibles Papier belichtet.
cul-de-lampe: Buchgrafik, die am Ende eines Textes angehängt wird und ihn abschließt.
e.a. (épreuve d’artiste): Vorzugsdrucke, die für die Künstler angefertigt werden. In der Regel sind diese Drucke nicht Teil der Auflage, sondern Frühdrucke, die römisch nummeriert werden.
echoppe: Gravierwerkzeuge für Kupferstiche. mit dem Stahlstift können Taillen erzeugt werden.
ex libris: vom Künstler entworfene, personalisierte Druckgrafiken, die von Bibliotheksbesitzern in die Innendeckel der Bücher geklebt werden.
Faksimile: Reproduktionen können an Rasterpunkten entlarvt werden. Diese sind ebenso wenig begehrte Sammelobjekte wie Fremddrucke von der Originalplatte, die nach dem Tod des Künstlers oder ohne dessen Einverständnis gemacht werden. Diese erkennt man an verso angebrachten Stempeln wie dem “Reichsdruck”-Zeichen auf Faksimiles von Platten oder Hozstücken des Berliner Kupferstichkabinetts.
Flugblatt: Zumeist in Tiefdruckverfahren ausgeführte Einblattdrucke, die vor allem zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs aufkamen. Da diese als Gebrauchsgrafik genutzt wurden, sind diese in einem guten Erhaltungszustand ein begehrter Sammelobjekt.
Gegendruck: kann von Abzügen, die noch nicht vollkommen getrocknet sind, angefertigt werden. Der Abzug wird mit einem Platt Papier bedeckt, beschwert und reibt oder walzt diese erneut.
Handdruck: Abzüge, die ohne Hinzunahme einer Druckpresse, sondern mit einer Handpresse angefertigt werden.
Heliogravure: Tiefdruckverfahren, bei dem die Zeichnung fotografisch auf den Druckträger übertragen wird.
Hochdruck: Ältestes Druckverfahren. Holz- und Linolschnitte sind die bekanntesten Varianten. Die erhabenen Flächen werden hierbei im Gegensatz zum Tiefdruck gefärbt und gedruckt.
Inkunabel (Wiegendruck): Drucke aus der Frühzeit der jeweiligen Technik.
japanischer Holzschnitt: Ein Hochdruck, bei dem im Gegensatz zum europäischen Holzschnitt die Farben nicht einzeln gedruckt werden, sondern der Holzstock vor dem Druck komplett eignefärbt wird. Der Zeichner gibt seinen Entwurf an den Holzschneider oder “Reißer”, der den geschnittenen Block an den Drucker leitet.
Lithographie: Gedruckt wird dieser von einem Solnhofener Kalkschiefer, auf den ein Vorlagenmotiv mit einem fetthaltigen Medium aufgetragen wird. Die Körnung des Steins ist auf dem Abzug noch zu erkennen. Da flächige Farben in großer Auflage gedruckt werden konnten, wurde dies zur präferierten Methode zur Posterherstellung.
Matrix: Medium, auf welches das gewünschte Motiv gedruckt wird, so wie Kupferplatten, Lithografiesteine oder Holzdruckstocke.
Monotypie: Farbapplikationen, die direkt auf der Matrix angebracht werden. Es handelt sich hierbei um Unikate, da der Druckvorgang nicht wiederholbar ist.
Offset / Flachdruck: Flachdruckverfahren, bei dem Rasterpunkte zu erkennen sind. Verwendung findet dies vor allem bei der Herstellung von Plakaten und Zeitschriften.
Papier: Das Trägermaterial der meisten Druckverfahren. Bei handgeschöpften Papieren wird zwischen dem aus einem Faserbrei herstellten Papier und dem feineren Vélinpapier unterschieden. Zudem gibt es das sogenannte Vergé-Papier, bei dem die Struktur des Schöpfsiebes mit Kettnähten und Stegschatten noch zu erkennen ist.
Plattengrat: Ein Qualitätsmerkmal früher Abzüge einer Kaltnadelradierung, bei der feine, leicht unscharfe Linien entstehen.
Probedrucke: Drucke, die während des Arbeitsprozesses von der unfertigen Matrix entstanden sind.
Remarque: Nadelproben oder kleine Skizzen, die im Randbereich des Motivs einer Radierung auftauschen. Da diese oft abgeschliffen wurden, sind Abzüge mit Remarquen begehrte Blätter.
Sammlerstempel: Stempel oder Vermerke der Vorbesitzer auf der Rückseite einer Grafik, die auf die Provenienz des Werks verweisen.
Schabkunst / Mezzotinto: Die Kupferplatte wird mit einem Granierstrahl oder Kornroller angeraut, sodass sie flächig schwarz drucken würde. Anschließend werden die Partien, die heller erscheinen sollen, geplättet. Die Technik eignet sich zur Reproduktion malerischer Effekte von Gemälden. Samtig schwarze, frühe Abzüge sind bei Sammlern begehrt.
Sculp: man findet auf Druckgrafik meist unter dem Motiv die verschiedensten Abkürzungen, die Auskunft über den Herstellungsprozess geben. Die häufigsten sind “sculp.” und “fec.”, die meistens den Graveur oder Radierer bezeichnen.
Serigrafie: Der Siebdruck war vor allem bei den Pop- und Op-Art-Künstlern beliebt. Die Farbe wird mithilfe einer Rakel durch ein feinmaschiges Sieb gepresst. Bereiche, für die kein Farbauftrag gewünscht ist, werden mithilfe von Schablonen undurchlässig gemacht.
Solander-Box: Im 18. Jahrhundert entwickelte Daniel Solander eine mit Stoff oder Leder bezogene Klappkassette aus Holz, die sich als Aufbewahrungskiste für Grafiken durchsetzte. Viele Sammler orientieren sich an den Standardmaßen “royal” und “imperial” und lassen ihre Werke entsprechend montieren, um sie in den Boxen unterzubringen.
Tiefdruck: Druckverfahren, bei denen die Farbe in Vertiefungen der Matrix, meistens einer Kupferplatte gerieben wird. Zugehörig sind hierbei vor allem der Kupferstich und die Radierung in all ihren Ausprägungen. Merkmal sind die reliefmäßig, leich erhaben auf dem papier aufsitzende Druckfarbe sowie der Plattenrand, der durch den Eindruck der Kupferplatte auf dem Papier wärend des Druckvorgangs entsteht.
Vernis-Mou: Weichgrundätzung, die den Tiefdruckverfahren zugehörig ist. Die Ausformung der entstehenden Linien erinnert an einen Kreidestrich.
Xylografie: Bei diesem Hochdruckverfahren wird in Holz gestochen oder geschnitten. Der farbige, von mehreren Druckstöcken gedruckte Chiaroscuro-Holzschnitt lässt hierbei eine räumliche Tiefenwirkung entstehen, die Licht- und Schattenreflexe.
Zustand: Die Dokumentation der verschiedenen Stadien des Schaffensprozesses. Generell sind frühe Blätter meist die begehrtesten.

 

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