Warum rahme ich bei Conzen?

„Für mich ist eine gute Rahmung wie eine zarte Umarmung –
sie trägt das Werk, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.“

Ein Gespräch mit der Künstlerin Judith Maria Kleintjes über Vertrauen und Sensibilität.

Foto: Andreas Wiese

Ist es möglich, Licht und Zeit einzufangen? Ist es möglich, diese flüchtigen Momente sichtbar zu machen und ihnen einen dauerhaften Raum zu geben?

Die künstlerische Arbeit der gebürtigen Niederländerin und Meisterschülerin von Jannis Kounellis Judith Maria Kleintjes bewegt sich zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Werden und Vergehen. In ihren zarten Zeichnungen, Malereien und keramischen Arbeiten beschäftigt sie sich mit Licht, Zeit, Vergänglichkeit und Transformation. Sie hält fragile Zustände fest und macht jene leisen Prozesse sichtbar, die sich oft unserer Wahrnehmung entziehen.

Die hohe Sensibilität und Zurückhaltung, die ihre Arbeiten auszeichnen, prägen auch die Anforderungen an eine passende Rahmung. Seit vielen Jahren arbeitet Judith Maria Kleintjes mit der Conzen Manufaktur zusammen. In enger Abstimmung entstehen individuelle Rahmungen, bei denen handwerkliche Präzision, Sensibilität für das Werk und Flexibilität bei der Umsetzung gleichermaßen wichtig sind. Der gemeinsame Austausch und das Vertrauen in die Erfahrung der Werkstatt spielen dabei eine zentrale Rolle.

Wir haben Judith Maria Kleintjes in ihrem Atelier im denkmalgeschütztem Künstlerhaus in der Sittarder Straße in Düsseldorf besucht und über die Bedeutung der Rahmung, über die Verbindung von Kunst und Handwerk sowie über die langjährige Zusammenarbeit mit Conzen gesprochen und bedanken uns herzlich für das inspirierende Gespräch.

Welche Rolle spielt die Rahmung für Ihre Kunstwerke?
Für mich ist die Rahmung essenziell. Zum einen schützt sie meine Arbeiten, zum anderen ist sie eine Form der Wertschätzung gegenüber dem Werk. Meine Arbeiten sind sehr zurückhaltend und minimalistisch. Deshalb braucht es einen Rahmen, der diese Haltung unterstützt und nicht dominiert. Der Rahmen muss sich zurücknehmen und der Kunst den Raum geben, den sie braucht.

Was verändert sich für Sie, wenn Ihr Werk den passenden Rahmen erhält?
Ein passender Rahmen gibt dem Werk einen eigenen Schutzraum und schafft einen eigenen Kosmos, in dem es sich entfalten kann. Erst dann kommt es voll zur Geltung.

Welche Anforderungen haben Sie an einen Rahmen?
Meine Anforderungen sind sehr speziell. Oft bewegen wir uns gemeinsam mit Conzen an den Grenzen des technisch Machbaren – beispielsweise, wenn es um extrem schmale Rahmenprofile geht. Meine Arbeiten sind sehr fragil und benötigen Lösungen, die sowohl technisch und konservatorisch überzeugen als auch optisch ihrer Fragilität gerecht werden. Der Rahmen soll filigran wirken und zugleich stabil sein. Er soll die Kunst unterstützen, ohne selbst in den Vordergrund zu treten. Die notwendige Stabilität wird durch einen zusätzlichen Blendrahmen auf der Rückseite gewährleistet. Meine Blätter liegen mit individuell abgestimmten Distanzleisten frei im Rahmen. So erhalten sie eine besondere Körperlichkeit und beinahe skulpturale Präsenz.
Wie entstand der erste Kontakt mit unserer Manufaktur?
Der erste Kontakt entstand etwa 2005 über meinen Künstlerkollegen Elger Esser, der mir Conzen empfohlen hat. Nach den ersten gemeinsamen Projekten hatte ich nie das Bedürfnis, eine andere Werkstatt auszuprobieren. Ich bin bis heute sehr zufrieden.

Wie erleben Sie die Beratung und den Austausch mit unserem Team?
Ich erlebe die Zusammenarbeit als ausgesprochen professionell und fachkundig. Besonders schätze ich die Ehrlichkeit, auch wenn etwas technisch nicht sinnvoll oder möglich ist. Gemeinsam wird immer nach einer guten Lösung gesucht. Die Mitarbeiter:innen der Manufaktur sind kreativ, denken mit und sind sehr sympathisch. Bei Conzen erlebe ich in jeder Hinsicht eine konstante Qualität. Was mir außerdem wichtig ist: Bei Conzen steht die Kunst im Mittelpunkt. Es wird nicht versucht, eine möglichst auffällige Rahmung zu verkaufen, sondern die passende Lösung für das jeweilige Werk zu finden. Für mich ist eine gute Rahmung wie eine zarte Umarmung – sie trägt das Werk, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

Gab es ein Projekt oder ein Werk, das Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Es gibt mehrere Arbeiten, an die ich mich besonders gut erinnere. Einmal ging es um zwei übereinander frei hängende Papierarbeiten, die ursprünglich gerahmt werden sollten. Die Werkstattleiterin Rita Reimann riet mir jedoch davon ab, da die Ausdruckskraft der Arbeiten sonst verloren gegangen wäre. Stattdessen entwickelte sie eine technische Lösung zur Befestigung. So konnten wir die Arbeiten gemeinsam genau in dem gewünschten Winkel montieren – und genau so wurde die Arbeit schließlich auch präsentiert und anschließend verkauft. Auch bei meinen Rahmenoberflächen besteht inzwischen eine schöne Kontinuität. Meine bevorzugten Muster, beispielsweise weiß gekälkte oder geschlämmte Oberflächen, sind bei Conzen hinterlegt. Wenn Sammlerinnen und Sammler ihre Arbeiten rahmen lassen möchten, können sie direkt auf diese abgestimmten Muster zurückgreifen. Ich kann mich in jedem Fall zu 100 % auf die Kompetenz der Conzen Manufaktur verlassen.
Was schätzen Sie an der handwerklichen Arbeit von Conzen?
Ich schätze vor allem das hohe fachliche Wissen, die handwerkliche Präzision und die Maßarbeit. Gleichzeitig beeindruckt mich die Flexibilität, mit der auch ungewöhnliche Anforderungen umgesetzt werden. Man merkt, dass hier sehr sorgfältig gearbeitet wird.

Wie reagieren Ihre Sammler:innen oder Kolleg:innen auf gerahmte Werke von Conzen?
Die Rahmungen werden häufig ausdrücklich gelobt. Kolleginnen und Kollegen fragen mich oft nach den Kosten, weil ihnen die Qualität sofort auffällt. Natürlich sind hochwertige Rahmungen eine Investition, aber ich finde, dass sie meiner künstlerischen Arbeit absolut angemessen sind. Gute Kunst verdient eine ebenso hochwertige Präsentation.

Würden Sie Conzen auch anderen Künstlerinnen und Künstlern empfehlen?
Ja, unbedingt. Eine gute Rahmung fügt einem Werk das gewisse Extra hinzu, ohne in den Vordergrund zu treten. Sie unterstreicht die Einzigartigkeit der künstlerischen Arbeit und trägt dazu bei, dass die künstlerische Arbeit ihre volle Wirkung entfalten kann.